Lernblockaden erkennen und lösen

Frustfrei lernen: Was tun bei Lernblockaden?

Wissen aufnehmen und zu bestimmten Zeitpunkten wiederzugeben, ist ein zentraler Bestandteil unseres Alltags – vom Schulbeginn bis ins Berufsleben. Umso frustrierender ist es, wenn trotz intensiver Vorbereitung das Gelernte in Prüfungen nicht abrufbar ist. Schlechte Noten, Selbstzweifel und Druck sind die Folgen. Was häufig dahintersteckt ist nicht mangelnde Intelligenz, sondern eine Lernblockade. Die gute Nachricht: Mit Geduld und den richtigen Strategien lässt sie sich überwinden.

Inhaltsverzeichnis:

Das Wichtigste in Kürze
Was sind Lernblockaden?
Häufige Ursachen
Lernblockaden erkennen
Lernblockaden lösen
Fazit
Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Lernblockaden sind mentale oder emotionale Barrieren, die verhindern, dass Wissen aufgenommen, verarbeitet oder abgerufen werden kann – oft ausgelöst durch Stress, Angst oder innere Überforderung.
  • Ursachen liegen meist tiefer: Negative Glaubenssätze, Prüfungsangst, fehlende Motivation oder ungünstige Lernstrategien sind häufige Auslöser – nicht mangelnde Intelligenz oder Faulheit.
  • Typische Anzeichen sind Konzentrationsprobleme, Lernfrust, Blackouts oder starke Nervosität vor Prüfungen und Lernphasen.
  • Gezielte Methoden wie Achtsamkeit, Meditation, Bewegung und strukturierte Lerntechniken helfen, Blockaden zu lösen und das Lernen wieder effektiv und entspannt zu gestalten.
  • Mit professioneller Unterstützung – etwa durch Lerncoaching oder Mentaltraining – lassen sich Lernblockaden dauerhaft überwinden und Lernfreude sowie Selbstvertrauen nachhaltig stärken.

Was ist eine Lernblockade?

Eine Lernblockade bezeichnet den Zustand, in dem trotz ausreichender Vorbereitung Wissen nicht abgerufen werden kann. Ursache ist meist kein Mangel an Intelligenz, sondern eine Stressreaktion des Nervensystems: Das Gehirn schützt sich vor Überforderung und „blockiert“, um mögliche negative Konsequenzen zu vermeiden, wie Versagen, Kritik oder Enttäuschung.

Oft zeigt sich das daran, dass Lernende sich zwar intensiv mit dem Stoff beschäftigen, in Prüfungssituationen aber einen Blackout erleben oder das Gelernte nicht reproduzieren können. In anderen Fällen tritt die Blockade schon während des Lernens auf – etwa, wenn:

  • Gedanken ständig abschweifen
  • Lerneinheiten aufgeschoben werden (Prokrastination)
  • häufige Unterbrechungen durch andere Tätigkeiten auftreten

Bei Kindern äußern sich Lernblockaden auch emotional, etwa durch Tränen, Rückzug oder aggressives Verhalten.

Definition Lernblockade

Lernblockaden sind zeitlich begrenzte mentale oder emotionale Zustände, in denen das eigene Potenzial nicht ausgeschöpft werden kann. Sie treten in Situationen mit hohem Druck oder Stress auf – etwa bei Klassenarbeiten, Prüfungen oder Präsentationen – und betreffen sowohl Kinder als auch Erwachsene.
Hauptursachen sind Stress, Ängste, Selbstzweifel oder eine unpassende Lernumgebung. Mit gezielten Techniken und unterstützenden Methoden lassen sie sich jedoch erfolgreich lösen.

Welche Ursachen und Auslöser hat eine Lernblockade?

Aus psychologischer Sicht entstehen Lernblockaden durch Ängste und Selbstzweifel, den Stoff nicht gut genug geübt zu haben. In Prüfungssituationen starren Kinder und Erwachsene mit Lernblockaden dann auf die vorliegenden Aufgaben und können sich weder an die gelernten Lektionen noch an all ihr Wissen erinnern. 

Versagensängste sowie perfektionistische Tendenzen erhöhen den Druck, Gehirn und Körper geraten unter Stress. Angst ist hier ein Oberbegriff, der viele Formen annehmen kann: 

  • Angst vor Versagen
  • Angst, aus der Gruppe der Mitschüler*innen ausgegrenzt zu werden
  • Angst vor Bestrafung (Vermeidungsangst)
  • Angst davor, Eltern oder Partner*innen zu enttäuschen
  • Angst davor, Fehler zu machen (Perfektionismus)
  • Angst vor negativen Konsequenzen wie zusätzlicher Stoff, Medienentzug, Überstunden etc.
  • Angst vor Sitzenbleiben oder Durchfallen

Auf neuronaler Ebene wird bei Stress Cortisol ausgeschüttet. In kleinen Dosen ist es hilfreich bei der Konzentration und um sich wacher und fit für die Prüfung zu fühlen. Fällt der individuelle Cortisol-Level aber zu hoch aus oder ist der Körper insgesamt im Dauerstress, dann schlägt die Wirkung ins Gegenteil um. Das Stresshormon blockiert wichtige Botenprozesse im Gehirn, der Körper gerät in den sogenannten Fight-, Flight- or Freeze-Modus. Das macht sich in erhöhtem Puls, einer leicht ansteigenden Körpertemperatur und kalten Händen oder Füßen bemerkbar. Der Körper ist bereit für Flucht oder Kampf, auch wenn eigentlich nur eine kurze Vokabelabfrage oder eine Präsentation vor Kolleg*innen zu bewältigen ist.

Gründe für Lernblockaden bei Schüler*innen und Student*innen

Meist sind es frühe negative Erfahrungen mit bestimmten Fächern oder Lehrkräften, die bei Schüler*innen und Student*innen für Lernblockaden sorgen. Die meisten Kinder zeigen dann eine deutliche Vorliebe für einige Fächer, während sie in anderen meist nur mäßig gute oder eher schlechte Noten nach Hause bringen. Das liegt aber selten an mangelnder Motivation oder fehlender Intelligenz, sondern am erlebten Druck im Unterricht.

Oft lösen sich die Lernblockaden, sobald eine neue Lehrkraft den Unterricht übernimmt, der Übertritt in die nächste Schulform erfolgt ist oder wenn sich Eltern und die betroffenen Kinder oder Student*innen genauer mit den Ursachen befassen.

Tipp:

Als Elternteil haben Sie großen Einfluss darauf, für wie wichtig ein Kind bestimmte Fächer empfindet. Geschlechterbasierte Vorurteile wie „Mädchen können kein Mathe“ oder „Jungs sind schlecht in Sprachen“ verstärken negative Gefühle gegenüber diesen Fächern noch. Stärken Sie Ihre Kinder dabei, sich den Schulstoff durch passende Lernmethoden, eventuell auch durch einen geeigneten Nachhilfeunterricht anzueignen.

Gründe für Lernblockaden bei Erwachsenen

Auch Erwachsene erleben das Phänomen, das sich Lernstoff einfach nicht behalten lässt. Trotz Motivation und innerem Wunsch bleibt der Kopf wie leer gefegt. 

Auch hier liegen die Ursachen oft in frühen Kindheitserfahrungen, bei denen häufig Druck, Angst vor Versagen und Perfektionismus zusammenspielen. Deshalb ist es wichtig, sich beim Auftreten der ersten Anzeichen ganz bewusst damit auseinanderzusetzen: 

  • Was steckt hinter meiner Blockade, den Stoff zu lernen?
  • Warum kostet es mich so viel Mühe, mich auf dieses Kapitel zu konzentrieren?
  • Was ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn ich den Stoff nicht bewältige? 

Für Erwachsene sind die Konsequenzen oft besser abzuschätzen und selten so dramatisch, wie es einem die dahinterstehende Angst vormachen will, denn: 

  • Prüfungen lassen sich wiederholen.
  • Fristen und Abgabezeitfenster können verlängert werden.
  • Gespräche mit Vorgesetzten können geführt werden, um mehr Zeit oder Unterstützung für beruflich erforderliche Qualifikationen zu erhalten.

Ein realistischer Zeitplan für den Lernstoff ist entscheidend, um frühzeitig den Druck abzubauen und eine mögliche Quelle für Lernblockaden auszuschalten.

Häufige Anzeichen und Symptome, um Lernblockaden zu erkennen

Wie äußert sich eine Lernblockade? Lernblockaden machen sich durch eine Vielzahl an Signalen bemerkbar. Dazu zählen körperliche Hinweise wie Anspannung und Verspannung, Unruhe und kalte Hände oder Füße sowie eine mangelnde Konzentrationsfähigkeit und meist auch zunehmend schlechter ausfallende Prüfungsleistungen.

1. Dauerhaft schlechte Noten, niedrige Examensergebnisse oder Prüfungsangst

Bleiben die guten Ergebnisse trotz optimaler Vorbereitung und vieler durchgelernter Nachmittage oder Nächte aus, kann das auf eine Lernblockade hinweisen. Dann nimmt das Gehirn den Input nicht auf und kann den Lernstoff in Prüfungssituationen natürlich auch nicht wieder abrufen. In diesem Teufelskreis verstärken die schlechten Prüfungsergebnisse die Angst, die meist ursächlich für Lernblockaden ist.

Tipp gegen Versagensangst bei Kindern:

Nehmen Sie Ihrem Kind die Angst vor Noten! Abschlüsse sind unbestreitbar wichtig, aber eine Note sagt eben wenig darüber aus, was für ein kreativer, mutiger oder emotional empfindsamer Mensch Ihr Kind eigentlich ist.

2. Anspannung im ganzen Körper

Verkrampfte Schultern, Summen im Kopf oder wippende Beine: Anspannung zeigt sich bei jedem Menschen anders. Diese körperlichen Signale stehen im Zusammenhang mit Stressanzeichen – und Stress ist etwas, was das Lernen effektiv verhindern kann. 

Tipp zur Entspannung:

Bewusste Entspannung des Körpers durch eine tiefe Bauchatmung. Bei Kindern helfen zusätzliche Bewegungsübungen. Lassen Sie Ihr Kind kurz springen, sich mit Armen und Beinen ausschütteln oder schicken Sie es für einige Minuten vor die Tür, damit es einige Schritte gehen kann.

3. Fehlende Konzentration und ständig schweifende Gedanken

Die Fähigkeit, sich ausreichend lange auf eine Aufgabe zu konzentrieren, nimmt mit jeder Unterbrechung stetig ab. Die Posteingangsmeldung, Unterbrechungen durch Kinder oder Arbeitskolleg*innen, neu gepostete Videos des Lieblings-Content-Creators etc. stören die Konzentrationsfähigkeit. 
Im Durchschnitt benötigt das Gehirn rund 20 Minuten nach jeder Störung, um sich wieder vollends auf die Aufgabe des Lernens zu konzentrieren. Ab einer gewissen Gewöhnung an diese ständigen Unterbrechungen gerät es dann selbst in eine Schleife, indem es sich Pausen durch kreisende Gedanken sucht. 

Tipp, um die Konzentration zu stärken:

Üben Sie, sich auf eine einzelne Sache zu konzentrieren. Stoppen Sie abschweifende Gedanken, indem Sie sich selbst auf die vorliegende Aufgabe zurückbesinnen. Fangen Sie mit kleinen Achtsamkeits- und Meditationsübungen an, die Sie im Alltag einbinden.

Selbsttest: Haben Sie eine Lernblockade?

Viele Betroffene erkennen eine Lernblockade erst, wenn sich trotz intensiven Lernens keine Fortschritte mehr zeigen oder Prüfungen immer wieder scheitern. Mit diesem kurzen Selbsttest können Sie prüfen, ob Ihre Schwierigkeiten beim Lernen oder Abrufen von Wissen möglicherweise auf eine Lernblockade hinweisen:

  • Vor Prüfungen leide ich an Unruhe und Schlaflosigkeit.
  • Jede Prüfung macht mir Sorgen, ich spiele in Gedanken mein Versagen bei den Tests durch.
  • Ich bin vor Wissensüberprüfungen unkonzentriert und nervös.
  • Ich habe vor und in Prüfungssituationen Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen oder mir ist übel.
  • Ich suche Ausreden, um eine Prüfung (noch) nicht abzulegen.
  • Ich beherrsche das Thema gut, kann mein Wissen im Prüfungskontext aber nie gut zeigen.
  • Mein Lernpensum wächst, aber die Ergebnisse bleiben aus.

Je mehr dieser Aussagen auf Sie zutreffen, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine Lernblockade Ihr Lernen beeinträchtigt.

Lernblockaden lösen: Die besten Methoden im Überblick

Ein optimal reguliertes Nervensystem ist die Grundlage für ein gutes Lernergebnis. Ausreichend Schlaf und eine gute Ernährung tragen dazu bei, ebenso wie eine individuell optimale Lernumgebung, zu Ihnen passende Lernmethoden und realistische Lernziele mittels Lernplan, um sich selbst nicht zu sehr zu überfordern.

Die Basis für ein optimal reguliertes Nervensystem und ein damit besonders aufnahmebereites Gehirn ist im Grunde ganz einfach: Schlafen Sie ausreichend und ernähren Sie sich ausgewogen und gesund.

Warum das wichtig ist:

Ständiger Schlafmangel fühlt sich nicht nur unangenehm an, er verhindert auch Lernerfolge. Die Konzentration ist gestört, wichtige Erinnerungs- und Speicherprozesse können nicht oder nicht vollständig ausgeführt werden. Wie ein Akku ohne ausreichende Ladezeiten ist das Energielevel ständig niedrig.

Stehen dem Körper außerdem nicht ausreichend gesunde Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate sowie Ballaststoffe zur Verfügung, arbeitet die Verdauung nur auf Sparflamme. Die ist aber dafür zuständig, für den gesamten Körper inklusive dem Gehirn überlebenswichtige Energie zur Verfügung zu stellen sowie wertvolle Baustoffe in Form von Aminosäuren, Mineral- und Spurenelementen, die dringend für einen reibungslosen Stoffkreislauf benötigt werden.

Energy Drinks, Schokolade und Pizza liefern zwar kurzfristig Energiespitzen für die Klausur- oder Prüfungswoche, eine optimale Grundlage für nachhaltig erfolgreiches Lernen legen Sie damit aber nicht.

Lernatmosphäre optimieren – so klappt es mit dem Lernen

Die optimale Lernumgebung ist höchst individuell. Häufig wird zu einem möglichst reizarmen Zimmer geraten: Kein Fernsehen oder Radio nebenher, das Smartphone weit weg und der Tisch idealerweise aufgeräumt und gut strukturiert.

Das hilft einigen Menschen, aber längst nicht allen. Überlegen Sie sich deshalb genau, welche Umgebung Ihnen dabei hilft, sich gut auf den Lernstoff zu konzentrieren. Denn manchmal ist die leise Musik über Kopfhörer oder der wuselige Familienalltag im gleichen Raum genau die Hintergrundbeschallung, die das Lernen erleichtert. 

Tipp:

Wechseln Sie zum Lernen aktiv die Umgebung, wenn die Lernblockade sofort am heimischen Schreib- oder Esstisch einsetzt. Cafés, Bibliotheken oder bei schönem Wetter der Garten oder ein Park eignen sich dafür. In den eigenen vier Wänden genügt manchmal schon der Wechsel vom Stuhl auf den Boden, um dem Gehirn den Impuls für mehr Aufnahmebereitschaft zu geben. Probieren Sie es aktiv aus: Stehen Sie vom Schreibtisch auf, laufen Sie eine Runde durch das Haus und setzen Sie sich anschließend mit Ihrem Lernmaterial an einen komplett neuen Ort.

Neue Lernmethoden ausprobieren

In der Schule wird in der Regel auf Lernen durch Wiederholung gesetzt. Das bringt nicht immer die gewünschten Ergebnisse, vor allem, wenn der Stoff anfangs gar nicht richtig verstanden wurde. Deshalb sind neue Lernmethoden gut geeignet, um sich das Thema umfassend zu erarbeiten. 

Lernspiele, audio-visuelle Unterstützung durch Erklärvideos oder Apps, die als Quiz mit Gamingfaktor die Belohnungszentren des Gehirns ansprechen, können bei Kindern die Lernblockade erfolgreich lösen.

Sind Sie Student*in, dann können Lerngruppen weiterhelfen, wenn sich alle auf das Thema einlassen und ernsthaft arbeiten möchten. Über Lern-Tandems, klassische Post-its oder Mindmapping kann eine Lektion ebenfalls tiefergehend erarbeitet werden, statt stundenlang ohne Erfolg vor dem aufgeschlagenen Lehrbuch zu sitzen.

Erwachsene in beruflicher Fort- und Weiterbildung arbeiten oft mit aus der Schule vertrauten Lernmethoden. Probieren Sie aktiv eine neue Technik anhand Ihres Lerntyps aus, wenn Sie bei sich eine Lernblockade vermuten. Vergleichen Sie Ihre körperliche und mentale Reaktion mit den bisher verwendeten Methoden. 

Realistische Lernziele setzen

Manchmal sind die Lernziele so hoch, dass sich schon beim Aufschlagen des Hefts oder beim Abrufen der noch zu bewältigenden Lektionen die Lernblockade aufbaut. Da hilft es, ganz bewusst die Lernziele zu hinterfragen. 

Überlegen Sie: 

  • In wie viele kleinere Etappen oder Lektionen kann ich den Lernstoff einteilen?
  • Wie viel Zeit habe ich realistisch betrachtet pro Tag oder Woche, um diese kleineren Einheiten auch wirklich zu lernen?
  • Sind alle Lektionen gleich wichtig oder kann ich besonders relevanten Stoff priorisieren?

Gerade Kinder, die den Übertritt in der 5. oder 7. Klasse geschafft habe, erleben neben der neuen Schule mit neuen Abläufen auch ein stark angewachsenes Pensum an Aufgaben, die tagtäglich zu bewältigen sind. Das kann schnell zu Angst und Überforderung führen. Ein Lernplan hilft Ihrem Kind dabei, diesen Berg an Schulstoff in kleinere Etappen zu strukturieren.

Tipp: Machen Sie eine Challenge aus dem Lernstoff! Für zehn Tage jeweils sieben neue Vokabeln lernen oder je eine Seite aus dem Mathearbeitsheft lösen, das ist die Challenge für Ihr Kind. Sprechen Sie mit Ihren Kids darüber, was sie sich als Anreiz für eine erfüllte Challenge wünschen und stärken Sie sie bei jedem erfolgreich gemeisterten Tag.

Student*innen, Umschüler*innen oder berufstätige Menschen sehen sich oft vor ähnlichen Problemen: Zu viel Lernstoff und viel zu wenig Zeit.  Auch hier hilft ein Lernplan, der realistisch die verfügbare Zeit einplant.

Achtsamkeits- und Meditationsübungen gegen Angst und Stress

Neben den genannten Methoden zum Lösen der Lernblockade sind allgemeine Achtsamkeits- und Meditationsübungen sehr gute Hilfsmittel, um aktiv gegen Stress und blockierende Angst vorzugehen.

Die tiefe, achtsame Bauchatmung aktiviert den Vagusnerv, der für die Regulierung des Nervensystems zuständig ist. Herzschlag und Atmung senken sich ab, der Körper kommt zur Ruhe.

Summen oder Brummen in tiefen Tönen sorgt für ein leichtes Vibrieren des Kehlkopfs, was ebenfalls den Vagusnerv aktiviert. Deshalb sind gesummte oder gebrummte laute Mantras häufig Teil von Meditationsübungen.

Achtsamkeitsübungen zielen zudem darauf ab, sich bewusst auf eine Tätigkeit oder eine Aufgabe zu konzentrieren. Die möglichen Konsequenzen einer nicht perfekten Note, die Aufgabenliste für den morgigen Tag oder der geplante Ausflug mit den Kindern spielen dann in diesem Moment keine Rolle. Alles wird ausgeblendet, bis ausschließlich die Vokabelliste auf dem Tisch oder die Lektion im Lehrbuch präsent ist. Die typischen „Was wäre, wenn …“ Gedanken haben bei Achtsamkeitsübungen keinen Platz.

Achtsame Übungen für den Alltag:

  • Bewusst gehen: Gedanken ausschalten und Treppen oder Wege ganz bewusst angehen.
  • Sinneseindrücke wahrnehmen und sammeln: Hören, Sehen, riechen, schmecken und fühlen sind Eindrücke, die bei Panikanfällen benannt und bewusst gespürt werden sollen. In stressigen Situationen unterstützt das bewusste Wahrnehmen von Sinneseindrücken die Regulierung des Nervensystems weg vom Fight-or-Flight-Modus.
  • Zählen: Fliesen im Warteraum, Linien im Heft oder Flecken an der Wand – konzentrieren sich auf zählbare Einheiten, um Ihre Gedanken zu sortieren und sich aus stressigen Situationen herauszuziehen.

Unlösbare Lernblockaden – was dann?

Wenn sich trotz aller Mühe die Blockaden nicht lösen lassen, kann es sinnvoll sein, externe Hilfe zu suchen. Bei Kindern ist der erste Schritt ein Gespräch mit der Klassenleitung oder dem zur Schule gehörenden schulpsychologischen Dienst. Gemeinsam können die weiteren Maßnahmen besprochen werden, um den Spaß am Lernen zurückzugewinnen. 

Zusätzlich können Therapeut*innen involviert werden, die den Ursachen auf den Grund gehen. Hinter der Lernblockade können auch soziale Ängste stehen, die am besten mithilfe einer kinderpsychologischen Fachkraft bewältigt werden.

Gleiches gilt für Erwachsene, die sich ihren Unsicherheiten stellen möchten: Therapeut*innen unterstützen bei der Ursachenforschung und leiten Sie dazu an, Wissensvermittlung und Prüfungssituationen möglichst stressfrei zu erleben. 

Lerncoaches ergänzen die Möglichkeiten für externe Unterstützung. Sie bieten gezielt Methoden zum optimalen Lernen, strukturieren den Lernprozess und bleiben als Ansprechperson auch in stressigen Prüfungssituationen an Ihrer Seite.

Unser Fazit zu Lernblockaden

Sind die Ursachen für Lernblockaden bekannt, lässt sich die Barriere im Kopf mit etwas Arbeit und viel Geduld lösen. Eine individuell passende Lernumgebung und ein bestärkender Umgang von Anfang an tragen dazu bei, dass sich Lernblockaden möglichst gar nicht erst entwickeln.

  • Lernblockaden sind Barrieren im Kopf, die den Abruf von Wissen verhindern.
  • Schlechte Noten oder Prüfungsergebnisse sind kein Anzeichen für mangelnde Intelligenz oder Faulheit, sondern oft eine Reaktion des Nervensystems auf Stress und Versagensängste.
  • Lernblockaden lassen sich durch individuell angepasste Lernmethoden, durch Achtsamkeitstraining und durch Ursachenforschung meist gut lösen.
  • Bleibt die Lernblockade trotz vieler Maßnahmen bestehen, dann kann externe Unterstützung die Lösung sein.

Mit unserer langjährigen Erfahrung in der Wissensvermittlung sind wir mit dem Thema Lernblockaden nur allzu gut vertraut. Deshalb sorgen wir mit unseren Angeboten dafür, dass sich Wissen leicht erlernen lässt und finden Lösungen für alle, die Lernblockaden erleben.

Häufige Fragen und Antworten zu Lernblockaden

  • Welche Übungen helfen gegen Lernblockaden?

    Achtsamkeits- und Meditationsübungen unterstützen Sie dabei, Ihr Nervensystem zu regulieren.

    • Die tiefe Bauchatmung zur Regulierung: Dafür atmen Sie bewusst tief über die Nase für mindestens fünf Sekunden in den Bauch ein (Bauchdecke wölbt sich nach außen) – halten Sie den Atem dann kurz fest und lassen Sie ihn über den Mund anschließend für sieben Sekunden wieder herausfließen (Bauchdecke wölbt sich nach innen). Wiederholen Sie die Atemübung einige Male. Diese Übung stimuliert den Vagusnerv, der für die Senkung von Herzschlag und Atmung zuständig ist.
    • Ortswechsel, um Prokrastination zu stoppen: Verlassen Sie den Raum, laufen Sie eine Runde um den Block oder die Straße entlang. Kehren Sie dann zurück und setzen Sie sich ohne Umwege direkt an die Aufgaben. Diese Übung setzt im Gehirn den Impuls, dass es jetzt eine neue Aufgabe gibt, die sofort begonnen wird.
    • In-Achten-laufen, um Gehirn für Herausforderungen fit zu machen: Stellen Sie sich hin und fixieren Sie einen Punkt im Raum, auf den Sie sich konzentrieren. Laufen Sie dann in kleinen Schritten eine Acht auf dem Boden, ohne dabei den Fixpunkt aus den Augen zu lassen. Diese Übung unterstützt Ihr Gehirn dabei, sich komplexen Herausforderungen zu stellen. So lernt es, dass es auch anstrengende Dinge bewältigen kann und gleichzeitig in Sicherheit (= Ruhe) bleiben kann.
    • EFT-Klopftraining, um Panik und Stress zu reduzieren: Drücken oder Klopfen Sie auf spezifische Medianpunkte am Körper, beispielsweise das Brustbein auf Höhe des Schlüsselbeins, um kreisende Gedanken und aufkommende Panik zu stoppen. Diese Übung stimuliert Akkupressurpunkte am Körper, die mit Ruhe und Entspannung assoziiert sind.
  • Kann Hypnose bei Lernblockaden helfen?

    Die Evidenz zur Wirksamkeit von Hypnose allgemein ist nicht ganz eindeutig. Im Falle von Lernblockaden zeigt sich das ebenfalls, denn es gibt sowohl Untersuchungen, die Hypnose als positives Hilfsmittel bei der Bewältigung von unbewussten Blockaden und Ängsten ansehen als auch solche, die keine messbaren Effekte bei Menschen mit Lernblockaden feststellen konnten. 

  • Wann sollte man bei einer Lernblockade professionelle Hilfe suchen?

    Wenn die ausprobierten Methoden und Hilfsmittel keine Verbesserung erbracht haben und sich der Leidensdruck stetig erhöht – weil beispielsweise die Versetzung gefährdet ist oder wichtige Prüfungen nicht bewältigt werden – dann ist es Zeit für professionelle Hilfe durch:

    • (Schul-)Psycholog*innen
    • aufs Lernen spezialisierte Therapeut*innen
    • Lerncoachings
  • Wie kann ich eine Lernblockade bei Kindern und Jugendlichen lösen?

    Bei einem Kind verursachen häufig Angst vor Versagen sowie Angst vor Strafen die Lernblockade. Auch negative Erlebnisse mit Lehrkräften oder mit Nachhilfepersonal kann dazu beitragen. 
    Reduzieren Sie den Druck, indem Sie bewusst jede Note feiern, unabhängig von der erreichten Punktzahl. Stärken Sie Ihr Kind, indem Sie es beim Lernprozess begleiten. Individuelle Lernpläne mit kleinen, gut erreichbaren Lernzielen sind dabei besonders hilfreich. 
    In ausgeprägten Fällen ist es sinnvoll, externe professionelle Hilfe anzufordern. 

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